Im Mai 2026 durfte ich im Rahmen meiner Erzieherin-Ausbildung über Erasmus+ die Chance eines Auslandspraktikums wahrnehmen. Das absolvierte ich drei Wochen lang an der International Montessori School Copenhagen in Skovlunde bei Kopenhagen. Die internationale Montessori-Schule unterrichtet Kinder verschiedener Nationalitäten und orientiert sich an den pädagogischen Grundsätzen Maria Montessoris. Im Mittelpunkt stehen selbstständiges Lernen, individuelle Förderung sowie die soziale und persönliche Entwicklung der Kinder. Die Schule umfasst verschiedene Altersgruppen und bietet neben dem Unterricht auch eine Nachmittagsbetreuung (Afterschool Care) an.
Mein Praktikum fand in der dortigen Afterschool Care statt. Dort betreute ich am Nachmittag die Schüler*innen, begleitete verschiedene Angebote und gestaltete Aktivitäten mit. Die Afterschool Care wird von etwa 30 Kindern besucht, die aus den insgesamt rund 60 Schüler*innen der Schule stammen. Ziel des Angebots ist es, den Kindern nach dem Unterricht einen geschützten Raum für Freizeit, Kreativität, soziale Kontakte und gemeinsames Lernen zu bieten.
Für mich war das Praktikum in Teilen herausfordernder als erwartet, da ich zunächst mit einer stärker geordneten Struktur gerechnet hatte. Stattdessen wurde ich mit einer eher offenen und teilweise unstrukturierten Situation in der After School Care konfrontiert, in der ich viel von meinen bisherigen Arbeitserfahrungen einbringen musste und teilweise sogar als eine Art „Expertin“ wahrgenommen wurde. Die Einrichtung wirkte in dieser Phase etwas im Umbruch, was mir einerseits viel Gestaltungsspielraum gegeben hat, andererseits aber auch mehr Eigeninitiative und Regulationsarbeit im Alltag mit den Kindern erfordert hat. Die sprachliche und zwischenmenschliche Zusammenarbeit habe ich während meines Praktikums sehr geschätzt und ich wurde insgesamt sehr herzlich aufgenommen. Vor allem das Kommunizieren mit den Mitarbeitenden und Kindern fiel mir sehr leicht und machte mir mit der englischen Sprache große Freude. Durch private Kontakte hatte ich im Vorfeld bereits sehr schnell ein kleines WG-Zimmer in Kopenhagen gefunden. Das kann sich dort leider auch sehr schwierig und teuer gestalten, also war ich sehr froh und dankbar für die Möglichkeit und gute Anbindung
durch die WG. Ich konnte jeden Tag eine halbe Stunde mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren – allgemein ist das Fahrrad ein Must-Have in Kopenhagen! In meiner Freizeit entdeckte ich die Stadt mit ihm, besuchte das Meer, aß dänische Hotdogs, Kardamomschnecken und Krustenbraten, besuchte das Nationalmuseum, das Contemporary Center, lernte neue Menschen kennen. Kopenhagen hat sich auf jeden Fall einen kleinen Platz im Herzen erkämpft und bleibt für mich als Erfahrungsschatz sehr groß erhalten – die Selbstständigkeit, Begegnungen und das Erkunden von einem fremden Ort sind für mich sehr wertvoll gewesen.
Jolande Blech
