Programmieren mit dem Calliope

Programmieren mit dem Calliope Mini

In diesem Ausbildungsjahr bot sich uns die wertvolle Gelegenheit, das Wahlpflichtfach Herrn Conrads „Calliope Minis und Callibots im Einsatz in der ERZ- und HEP-Ausbildung an der Henriette-Goldschmidt-Schule und deren Anwendung im Grundschul- und Hortbereich“ zu belegen. Die fortschreitende Digitalisierung erfordert eine frühzeitige Förderung von Medienkompetenz und algorithmischem Denken. Ziel dieses Kurses war es daher, die theoretischen Grundlagen der Informatik in die praktische pädagogische Arbeit mit Kindern zu transferieren. Im Fokus stand dabei die Befähigung der angehenden Erzieherinnen und Erzieher sowie Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger, digitale Werkzeuge sinnstiftend und altersgerecht in Bildungsangebote zu integrieren.
Dabei geht es nicht primär um das Erlernen einer spezifischen Programmiersprache, sondern um eine universelle Problemlösekompetenz. Komplexe Fragestellungen werden in kleinere, handhabbare Teilprobleme zerlegt, Muster werden identifiziert und schließlich in eine für Maschinen verständliche Abfolge übersetzt. Der Calliope mini ist hierfür das ideale didaktische Vehikel. Es handelt sich um einen Einplatinencomputer, der spezifisch für den Bildungsbereich konzipiert wurde, um Kindern ab dem Grundschulalter einen spielerischen Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen. Die Hardware umfasst eine 5×5 LED-Matrix, Eingabetasten, einen Lautsprecher sowie verschiedene Sensoren für Temperatur, Helligkeit und Lage. Diese Ausstattung erlaubt es den Lernenden, die Funktionsweise von Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe unmittelbar physisch zu erfahren.
Die Kinder konsumieren Technologie nicht passiv, sondern werden zu aktiven Gestaltern. Die Programmierung erfolgt in der Regel über grafische, blockbasierte Umgebungen wie MakeCode, wobei abstrakte Codezeilen durch visuelle Bausteine ersetzt werden. Dies reduziert die kognitive Belastung und beugt Frustrationen durch Syntaxfehler vor. Ergänzt wurde unser Instrumentarium durch den Calli:bot. Dieses Roboterfahrgestell erweitert den Mikrocontroller um Motoren, Ultraschallsensoren zur Abstandsmessung und Infrarotsensoren zur Linienverfolgung. Die Verknüpfung von Programmierung und Robotik fördert das räumliche Vorstellungsvermögen und ermöglicht komplexe Problemlösungsstrategien im dreidimensionalen Raum.
Den offiziellen Startschuss in unseren Wahlpflichtkurs bildete der Robot Day der IHK Leipzig am 09.12.2025. Dort erhielten wir erste praxisnahe Eindrücke im Umgang mit dem Calliope mini. Die Veranstaltung bot einen detaillierten Überblick über die zu verwendende Software und die vielfältigen Funktionen des Basis-Kits. Am 12.12.2025 wurde der Robot Day gemeinsam mit der gesamten Klasse reflektiert. Die gezeigten Inhalte wurden pädagogisch bewertet und hinsichtlich ihrer Relevanz für unsere zukünftige Arbeit diskutiert.
Über die folgenden Monate erhielten wir alle zwei Wochen freitags die Zeit, uns intensiv mit der Hardware, der Programmierumgebung und dem Zusatzset Calli:bot auseinanderzusetzen. In dieser Erprobungsphase testeten wir verschiedene Skripte und Algorithmen. Eine essenzielle Informationsquelle und Unterstützung bot hierbei die Plattform calliopemini.info <http://calliopemini.info>, welche umfangreiche Lehrmaterialien und Projektideen bereithält.
Ein weiterer Meilenstein war der Besuch der Leipziger Buchmesse am 20.03.2026. Unser spezifischer Arbeitsauftrag bestand dort darin, innovative Möglichkeiten und didaktische Konzepte zu recherchieren, um das Programmieren niedrigschwellig und inklusiv für jede Altersstufe zugänglich zu machen. Den Höhepunkt und Abschluss unseres Wahlpflichtfachs bildeten schließlich ein selbst konzipiertes Projekt für drei Leipziger Grundschulen.
Wir entwickelten ein maßgeschneidertes pädagogisches Angebot für Dritt- und Viertklässler. Die Intention war es, den Kindern einen faszinierenden Erstkontakt mit dem Calliope mini zu verschaffen, ihnen Raum für eigenes Ausprobieren zu geben und erste Programmiererfolge zu evozieren.
Die praktische Umsetzung in den Schulen erforderte eine sorgfältige didaktische Reduktion. Dabei fungierten wir als unterstützendes Gerüst, das den Kindern genau die Hilfe anbot, die sie zur Bewältigung der nächsten Programmieraufgabe benötigten. Ein klassisches Einstiegsszenario war beispielsweise die Programmierung eines digitalen Würfels. Die Kinder lernten dabei, den Lagesensor mit einer Zufallsfunktion und der visuellen Ausgabe auf der LED-Matrix zu verknüpfen. Die Durchführung fand am 24.04.2026 an der Grundschule am Floßplatz, am 08.05.2026 an der Addis-Abeba-Grundschule und am 22.05.2026 an der Ida-Blum-Grundschule statt. Jeder Projekttag war durch eine hohe Dynamik geprägt und stellte uns vor neue pädagogische Herausforderungen. Die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler erforderten ein hohes Maß an Binnendifferenzierung. Durch die kontinuierliche Reflexion unserer eigenen Rolle als Lernbegleiter konnten wir unser Handeln und die Steuerung der Gruppenphasen von Termin zu Termin optimieren. Als symbolisches Andenken und zur Wertschätzung ihrer Leistung fertigten wir individuelle Urkunden an, die den Teilnehmenden am Ende des jeweiligen Projekttages feierlich überreicht wurden.
Das finale Ereignis unseres Kurses ist für den 30.06.2026 terminiert. An diesem Tag finden die offiziellen Vorstellungen aller Wahlpflichtfächer innerhalb unserer Einrichtung statt. Für dieses Event bereiten wir interaktive Stationen und diverse kleine Programmierspielereien mit dem Calliope mini vor. Dies soll interessierten Lernenden anderer Klassenstufen einen greifbaren Einblick in unsere Arbeit gewähren. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Einsatz von Mikrocontrollern in der pädagogischen Ausbildung einen immensen Mehrwert bietet. Die Verknüpfung von theoretischer Einarbeitung und unmittelbarer praktischer Anwendung in den Grundschulen hat unsere methodischen Kompetenzen nachhaltig gestärkt und uns auf die Herausforderungen der modernen Bildungslandschaft vorbereitet.

WPF Kurs Hr. Conrad E24/HEP25

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